-
1
Die Gegenwart ist geprägt von tiefgreifenden Krisen: Klimawandel, Kriege, Flucht, soziale Ungleichheit, Antisemitismus und die Gefährdung demokratischer Grundwerte stellen Gesellschaften weltweit vor grundlegende ethische Fragen. Der Vortrag entwickelt aus jüdischer, christlicher und islamischer Perspektive eine gemeinsame theologische Antwort auf diese Herausforderungen. Im Mittelpunkt steht die Idee einer gegenseitigen Verantwortung der abrahamitischen Religionen, die über klassischen interreligiösen Dialog hinausgeht. Statt einander gegenüberzustehen, sind Judentum, Christentum und Islam eingeladen, gemeinsam auf die verletzte Welt zu blicken und Verantwortung für sie zu übernehmen. Der Vortrag zeigt, wie zentrale Glaubensüberzeugungen aller drei Traditionen – von der Weltverbesserung über die Nächstenliebe bis zur Stellvertreterschaft des Menschen – zu einer gemeinsamen Ethik führen können, die Religion nicht als Rückzugsraum, sondern als Kraft zur Gestaltung einer gerechteren und menschlicheren Welt versteht.
Auch zu dieser Veranstaltung müssen Sie sich bitte anmelden und sie kann nur komplett ab 10:15 Uhr gebucht werden!
2
Soziale Medien sind für viele Kinder und Jugendliche ein zentraler Informations- und Erfahrungsraum – auch wenn es um Religion, Identität und gesellschaftliche Zugehörigkeit geht. Inhalte zum Islam begegnen ihnen dort in sehr unterschiedlichen Formen: sachlich, persönlich, kreativ, aber auch verkürzt, polarisierend oder bewusst provokativ. Für Schule und Unterricht ergibt sich daraus die Aufgabe, junge Menschen zu einem reflektierten, kritischen und dialogfähigen Umgang mit religiösen Inhalten in digitalen Medien zu befähigen. Der Workshop nimmt die Wechselwirkungen von Islam, Sozialen Medien und Unterrichtspraxis in den Blick. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie mediengestütztes Lernen dazu beitragen kann, Vorurteile abzubauen, religiöse Vielfalt sichtbar zu machen und ein friedliches Zusammenleben zu fördern. Anhand konkreter Beispiele aus Sozialen Medien sowie praxisnaher Unterrichtsideen werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Lehrkräfte das Thema altersgerecht, sensibel und kompetenzorientiert im Unterricht aufgreifen können. Der Workshop richtet sich an Lehrkräfte aller Schulformen sowie pädagogische Fachkräfte, die sich mit Religion, Medienbildung und Demokratiebildung im schulischen Kontext auseinandersetzen möchten.
3
Wie können muslimische Feste im christlichen Religionsunterricht so thematisiert werden, dass sie fachlich fundiert, lebensweltlich anschlussfähig und dialogisch erschlossen werden? Der Workshop stellt praxisnahe Zugänge zum interreligiösen Lernen in den Mittelpunkt. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Ramadan, ?Id al-Fitr (Zuckerfest) und ?Id al-Adha (Opferfest) als Lernanlässe für grundlegendes Orientierungswissen, Perspektivwechsel oder Empathie genutzt werden können.
Gearbeitet wird mit den Kamishibai-Karten zu Betül und Nele. Das bildgestützte Erzählen ermöglicht Gesprächsanlässe, die Kinderfragen aufgreifen, unterschiedliche Deutungen sichtbar machen und stereotype Zuschreibungen gezielt vermeiden helfen.
4
Dialogfähig sein, über Neues staunen, eigene Traditionen kennenlernen, um angstfrei neugierig auf andere Traditionen zu sein – das ist Kern des religiösen Lernens und Lebens an der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck. Der Workshop stellt die zugrunde liegende Konzeption vor und zeigt, welche Elemente als tragende Bausteine in der schulischen Praxis dienen.